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Hazel Prior
Die Saiten des Lebens

Ein Medientipp von
Daniela Röcher-Büdenbender
(Team der Stadtbibliothek Kreuztal)

Zwei sich recht ähnliche, menschenscheue und einsame Menschen begegnen sich zufällig in einer abgelegenen Scheune im Exmoor.

Ellie ist Hausfrau, sie bezeichnet sich selbst so, und im Laufe der ersten Kapitel wird klar, das ist auch schon fast alles. Nach ihrer Heirat ist sie nie wieder ins Berufsleben eingestiegen, es gibt keine Kinder, keine Haustiere, keine Hobbies. Alle angefangenen Aktivitäten scheinen irgendwie zu versanden, außer dem Spazierengehen und sporadischem Gedichteschreiben.

Auf einem ihrer Spaziergänge trifft sie Dan in seiner Scheune. Hier lebt er und baut seit seinem zwölften Lebensjahr Harfen. Auch Dan ist Einzelgänger und trägt fast autistische Züge.

Als Ellie zum ersten Mal in der Scheune auftaucht, schenkt Dan ihr eine der Harfen. Da Ellies Mann gegen das Geschenk ist, bleibt die Harfe bei Dan und Ellie besucht sie jeden Tag und beginnt zu spielen.

Im Laufe der nächsten Wochen freunden sich die beiden an, es entsteht eine gewisse Verbundenheit und Ellie versucht die Rätsel in Dans Vergangenheit zu lösen. Nach und nach erfährt der Leser über Umwege und Andeutungen aber auch einiges aus Ellies Geschichte. Während in Dans Leben nach und nach immer mehr Menschen (und ein Truthahn) Platz finden und man den Eindruck bekommt, er würde sein Leben gewissermaßen in die Hand nehmen, steht Ellie plötzlich ganz allein da. Sie steht vor der Entscheidung einfach so weiter zu machen oder für ihr Glück einzustehen. Aber sie kann diese Entscheidung nicht treffen und flieht erst mal nach Italien.

 

Ein sehr poetischer Roman, voller schöner Naturbeschreibungen. Insbesondere der Part von Dan als Ich-Erzähler hat mir sehr gut gefallen, da er eine sehr einfache, klare und tiefsinnige Sprache verwendet.