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Neu: Im zweiwöchentlichen Takt bringen Ihnen die Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek ab sofort unterschiedliche Medien zu vielfältigen Themen näher – als Podcast auf anchor.fm
Anchor Podcast

Xiran Jay Zhao
Zachary Ying and the Dragon Emperor

Ein Medientipp von
Annamarie Escher-Schenkschuck
(Team der Stadtbibliothek Kreuztal)

Zachary Ying hatte nie wirklich die Gelegenheit etwas über seine chinesische Abstammung zu erfahren. Sein Vater wurde in China hingerichtet und seine Mutter tut ihr Bestes, um ihnen beiden in Amerika ein neues Leben zu ermöglichen. Dann jedoch stellt Zachary fest, dass der Geist des ersten Kaisers von China von seinem Körper Besitz ergreifen möchte, um ein kaputtes Portal in die Unterwelt zu schließen, bevor sich alle Geister darin in unserer Welt breitmachen.

Es entsteht ein Wettlauf gegen die Zeit. Zachary, der Drachenkaiser und seine Freunde haben nur zwei Wochen Zeit nach China zu reisen, wertvolle Talismane zu beschaffen und die Welt zu retten – und seine Mutter, deren Seele von den Agenten der Geister gefangen genommen wurde. Und dabei spricht Zachary doch gar kein chinesisch.

 

Mithilfe seiner Portal-Lense, die er eigentlich benutzt um das weltweit bekannte Spiel Mythrealm zu spielen, dem amtierenden Weltmeister in eben diesem Mythrealm, Simon Li und dessen Freundin Melissa, die beide ebenfalls von bekannten chinesischen Kaiser*innen besessen sind (Tang Taizong und Wu Zetian), macht sich Zachary auf den Weg.

 

Wer sich jetzt denkt, Moment, uralte Artefakte, die gestohlene Seele der Mutter, Geister, die die Kontrolle über Teenager übernehmen und ein weltweit bekanntes Spiel, welches mit speziellen Geräten gespielt wird? Ist das nicht der Plot von Yugioh? Die Antwort ist ja. Die Autor*in selbst bezeichnet Zachary Yin and the Dragon Emperor als Yugioh mit chinesischen Einflüssen und bedankt sich ausgiebig bei dem kürzlich verstorbenen Kreator Kazuki Takahashi.

 

Als jemand der ebenfalls mit Yugioh groß geworden ist, war es wundervoll die Einflüsse zu sehen und wiederzuerkennen.

Zusätzlich dazu schafft es die Autor*in allerdings ebenfalls aktuelle Themen mit einzubeziehen. Zachary und seine Familie sind chinesische Muslime und wurden aufgrund ihrer politischen Ansichten in China verfolgt.  Außerdem kommt natürlich auch die Behandlung der Uiguren zur Sprache. Das ganze erfolgt allerdings auf eine kindgerechte Art und Weise, die es den Kindern und Jugendlichen – für die das Buch gedacht ist – einfach macht, den Kontext zu verstehen.

 

Zachary Ying macht Spaß zu lesen, man fühlt mit Simon mit und lernt immer noch einmal wieder etwas über chinesische Geschichte, da die Portal-Lense Zachary genau erzählt, welche historische Persönlichkeit er grade vor sich hat.