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Thomas D. Lee
Die alte Garde

Ein Medientipp von
Annamarie Escher-Schenkschuck
(Team der Stadtbibliothek Kreuztal)

Als Sir Kai von seinem jahrhundertelangen Schlaf erwacht, erkennt er sein geliebtes Britannien nicht wieder. Die Meeresspiegel sind gestiegen, die Hälfte des Landes wurde an chinesische Investoren verkauft, die Armee ist privatisiert. Seine erste Amtshandlung, als wiedererweckter Ritter der Tafelrunde, ist es einen Anschlag der Ökoterroristin Maryam auf ein Ölfeld zu verhindern. Leider mehr schlecht als recht und die beiden wecken einen Drachen auf und müssen gemeinsam fliehen. Hunderte Kilometer entfernt wird Lancelot wieder zum Leben erweckt und beauftragt, Kai davon abzuhalten, eine jahrhundertealte Verschwörung aufzudecken, die das Land an den Rand des Abgrunds getrieben hat.

Thomas D. Lee schafft es, eine fast schon realistische Darstellung eines Klimawandel-geschädigten Großbritanniens zu zeichnen. Trotz magischer Bäume, wiedergeborener Ritter in Kettenhemden auf Motorrädern und dunklen Ritualen, die König Artus zurückbringen sollen – der übrigens ein ganz schöner Arsch ist.

Die alte Garde ist voller Humor, Gesellschaftskritik und geht einem trotzdem Nahe. Kai, der erste schwarze Ritter, der sich darüber beklagt, dass man ihn im Mittelalter besser behandelt hat, als im 21. und 22. Jahrhundert. Lancelot, der dem Ritter Galehaut hinterhertrauert, der bisher nicht mehr wiederbelebt wurde. Und Maryam, die ihr Land nicht nur vor den Folgen des Klimawandels, sondern auch vor Neonazis beschützen muss.