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David Grann
Der Untergang der Wager

Ein Medientipp von
Daniela Röcher-Büdenbender
(Team der Stadtbibliothek Kreuztal)

"Ein Buch wie eine Naturgewalt" lt. NDR Kultur Rezensentin Katja Eßbach

Es ist David Grann außergewöhnlich gut gelungen die "wahre Geschichte von Schiffbruch, Mord und Meuterei" neu zu erzählen. Der renomierte Journalist und Sachbuchautor hat ein Thema ausgesucht, welches in Großbritannin im allgemeinen Bewußtsein ist, aber für den Rest der Welt relativ unbekannt.

Im August 1740 verlässt ein Geschwader von sieben Kriegsschiffen England um im Pazifik gegen die spanische Armada zu kämpfen und im Idealfall reiche Beute an Silber zu machen. Doch schon die Anreise steht unter keinem guten Stern. Viele der Matrosen sind zur Reise gezwungen worden, z. T. wurden sogar Alte und Kranke verpflichtet - ein Schiffskoch soll über 80 Jahre alt gewesen sein. Schon während der Atlantiküberquerung brechen auf den Schiffen Fleckfieber und Skorbut aus und viele Matrosen, Soldaten und Offiziere sterben. So sind die Voraussetzungen für die Umrundung von Kap Hoorn denkbar schlecht.

Doch irgendwann gelingt es den Schiffen, außer der HMS Wager. Das relativ kleine und schwerfällige Schiff verliert im Sturm den Konvoi uns strandet kurz darauf auf einer unbewohnten und unwirtlichen Insel. Unter diesen extremen Bedingungen brechen lange schwelende Konflike unter den Männern auf. Als der Kapitän einen der Matrosen erschießt, kommt es zur offenen Meuterei. Ein Teil der Mannschaft beschließt mit einem Beiboot nach Brasilien zurück zu fahren und den Kapitän mit einigen anderen zurück zu lassen. Tatsächlich schaffen es die Männer zurück und werden als Helden gefeiert, die einen Schiffbruch überlebt haben.

Bis einige Monate später ein weiters Boot in Chile eintrifft: Kapitän Cheap hat es mit zwei weiteren geschafft, sich von der Insel zu retten. Die Geschichte, die er berichtet ist allerdings ganz anders.

David Grann erzählt die ohnehin spannende Geschichte sehr unterhaltsam und gut lesbar. Viele Originalquellen wie Tage- und Logbücher blieben erstaunlicherweise erhalten und machen die Protagonisten sehr lebendig und nahbar. Das Sachbuch liest sich wie ein guter Thriller und lässt einen über die menschlichen Abgründe staunen die sich hier auftun. Aber auch über die unfaßbare Leidensfähigkeit, Zähigkeit und den Mut, den die Überlebenden bewiesen haben.