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Michael Crummey
Das Wunder von Paradise Deep
Ein Medientipp von
Daniela Röcher-Büdenbender
(Team der Stadtbibliothek Kreuztal)
An einem stürmischen Wintertag strandet ein Wal bei der kleinen Siedlung Paradise Deep auf Neufundland. Da die letzten Monate von ausbleibendem Fisch und Hunger geprägt waren, versammelt sich der ganze Ort um den Wal zu verwerten.
Plötzlich taucht aus dem Magen des Wals ein Mensch auf. Der Mann, blass mit weißem Haar und nach Fisch stinkend, wird zunächst für tot gehalten, „erwacht“ aber plötzlich zum Leben. Er kann nicht sprechen, oder sich anderweitig äußern, scheint aber soweit gesund. Die Dorfbewohner sind nicht sicher, ob dies ein gutes oder schlechtes Omen ist. Ist der Mann überhaupt ein Mensch? Sollte man ihn möglichst schnell wieder los werden? Oder ihn aufnehmen?
Die Witwe Devine nimmt dem Mann schließlich auf, er bekommt den Namen Judah und geht mit den Männern der Familie auf Fischfang. Und nun scheint sich das Schicksal des ganzen Ortes zu wandeln: die Fische kehren zurück, die harte Arbeit lohnt sich wieder und ein bescheidener Wohlstand hält Einzug in Paradise Deep.
Ausgehend von der Strandung des Wals entwickelt Michael Crummey die Geschichte dieser kleinen Fischersiedlung über fast zwei Jahrhunderte. Rückblickend erfahren wir wie der Großvater von King-me Sellers den Ort gründetet, warum es zur Fehde mit der Familie Devine kam, und anhand vieler Personen und Schicksale die Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg.
Ein Buch voller kleiner und großer Geschichten und Wunder. Manchmal fast fantastisch aber immer mit der Realität des harten Lebens der Fischer auf dieser unwirtlichen Insel im Hintergrund.
Läßt sich sehr gut lesen. Und am Ende schließt sich der Kreis und wir erahnen, wie Judah in den Wal gekommen ist.