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Susanne Abel
Du musst meine Hand fester halten Nr. 104

Ein Medientipp von
Daniela Röcher-Büdenbender
(Team der Stadtbibliothek Kreuztal)

Ein sehr bewegender Roman über ein Erwachsenwerden nach denkbar schlechten Kindheitsbedingungen.

Man könnte sagen, dass Susanne Abel einen Familienroman geschrieben hat. Wir lernen vier Generationen einer deutschen Arbeiterfamilie kennen. Natürlich gibt es Höhen und Tiefen, Konflikte und schwierige Zeiten. Nach und nach wird aber deutlich, dass in dieser Famlilie die Kindheitstraumata der Urgroßeltern an die nächsten Generationen weitergegeben wurden und alle Beteiligten von Ereignissen beeinflusst sind, auf die sie keinen Einfluss hatten.

Die Geschichte beginnt unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg in einem Kinderheim Hier begegnen sich Hardy und Margret zum ersten Mal. Hardy kam mit drei Jahren ins Heim. Er wurde auf der Flucht von seiner Familie getrennt, sein richtiger Name und sein Geburtsdatum sind unbekannt. Durch den Schrecken dieser Erfahrung spricht er nicht und wird relativ schnell als "schwachsinnig" eingestuft. Marlene ist einige Jahre ällter, sie weiß über ihr Schicksal Bescheid: ihr Vater fiel im Krieg, ihre Mutter und ihr kleiner Bruder kamen bei einem Bombenangriff ums Leben. Durch einen Zufall gelingt es Marlene Kontakt zu Hardy herzustellen und mit ihm zu sprechen. Zwischen den beiden entwicklet sich eine geheime Freundschaft.

Doch Marlene wird eines Tages von der Schwester ihrer Mutter gefunden und kann das Heim verlassen. Erst Jahre später begegnen sich die beiden wieder und beginnen ein gemeinsames Leben. Erst eher freundschaftlich-geschwisterlich, später heiraten die beiden und bekommen eine Tochter. Sie schaffen es aus ärmlichsten Verhältnissen einen bescheidenen Wohlstand mit eigenem Häuschen mit Garten aufzubauen. Doch das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist schwierig. Die Tochter wird früh schwanger und überlässt es ihren Eltern das Kind aufzuziehen. Scheinbar wiederholt sich diese Geschichte denn auch die Enkelin bekommt früh eine Tochter, dernen Sorgerecht ihr zweitweise entzogen wird, sodass auch Urenkelin Emily bei Hardy und Marlene aufwächst.

Tatsächlich ist Emily die wahre Heldin der Geschiche. Sie ist nicht bereit das Schweigen der Familie länger zu dulden. Es beginnt mit der Frage nach ihrem Vater, aber nach und nach entdeckt sie, dass es auch im Leben ihrer Urgroßeltern viele dunkle Flecken gibt, die ihr Leben und die ihrer Mutter und Oma beeinflussen.

Ein vielschichtiger und unfassbar trauriger Roman. Einfülsam und berührend erzählt Susannne Abel diese Familiengeschichte. Das Ende ist sehr versönlich und gibt Hoffnung auf einen guten weiteren Verlauf. Es ist gut den älteren Generationen Fragen zu stellen um deren Geschichte zu verstehen.